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Update.

Die Situation in La Paz bleibt angespannt, wir durften zwar in der Zwischenzeit wieder das Haus verlassen und sogar bis ins Zentrum fahren, sind dort allerdings immer wieder auf Demonstrationen gestoßen, die teilweise nicht sonderlich friedlich aussahen.

Weiterhin bleiben unzählige Läden geschlossen, die Tiendas (kleine „Tante Emma“-Läden) verkaufen ihre Waren nur noch durch geschlossene Gitter und hierbei auch nur noch ausgewählte Ware, da Brot und Mehl beispielsweise völlig aus sind, Nudeln werden zurückgehalten, um im Notfall Essen für die Familie zu haben oder sie zu einem späteren Zeitpunkt extrem teuer verkaufen zu können. „Die Leute fürchten, es könnte wieder so werden wie in der Diktatur vor 30 Jahren“, erklärt uns Victor auf die Frage, warum Bananen plötzlich etwa das 4-fache kosten. So lang noch Lebensmittel in der Kesseltal-Stadt ankommen, werden sie teuer verkauft, um Geld anzusammeln für die Zeit in der die Bevölkerung von El Alto den Zugang nach La Paz blockiert. Das gleiche könnte auch mit Wasser und Gas passieren.

In La Paz und El Alto herrscht also weiterhin Ungewissheit, wie es weitergeht. Man hofft auf Besserung, aber sicher sagen kann es niemand. Mein Hogar bleibt weiterhin geschlossen und die Professoras berichten jeden Tag eine andere Entwicklung, mal positiv, dann wieder negativ.

Am Sonntagmorgen wurden wir gefragt, ob wir nicht nach Santa Cruz fliegen möchten, da wir die einzigen Freiwilligen Voluntas waren, die noch nicht wieder arbeiten konnten. In Santa Cruz läuft alles wieder normal und wir könnten mit den anderen Freiwilligen zu deren Einsatzstellen arbeiten gehen.

Ehrlich gesagt war ich nicht überzeugt von dieser Idee… Klar, ist das Flugzeug momentan die einzige Möglichkeit anzukommen und ich wollte wirklich wieder arbeiten, aber dafür unfassbar klimaschädlich fliegen? Ich hatte mir eigentlich vorgenommen während meinem Jahr hier keine zusätzlichen Flüge zu machen, zumal zu Beginn von 3-5 Tagen in Santa Cruz die Rede war. Lohnt sich in meinem Kopf also nicht wirklich, besonders, weil es mir zuhause in La Paz auch nicht wirklich gefährlich vorkam, hätte ich einfach noch ein paar Tage länger zuhause gesessen…

Allerdings schienen wir nicht wirklich die Wahl zu haben, da der Flug an sich schon halb gebucht war und nur auf unser „na gut“ gewartet wurde.

Und so saßen wir am nächsten Morgen früh im Flieger. Eine Stunde später waren wir im heißen Santa Cruz angekommen und seit dem habe ich glaube ich keine Sekunde mehr nicht geschwitzt… (Ja, jetzt beschwere ich mich über Hitze und bin sehr dankbar eigentlich in La Paz zu leben) Ich arbeite jetzt wieder für das Brillenprojekt, was am Tag unserer Ankunft eine Kampagne gestartet hat.

Trotzdem hoffe ich bald nach La Paz zurück zu dürfen, diesmal dann hoffentlich mit dem Bus. Momentan sieht es allerdings eher so aus, als würdw ich noch einige Tage in diesen tropischen Temperaturen festhängen, aber wenigstens haben wir jetzt wieder etwas zutun und nach 4 Wochen des langsamen Verschimmelns tut dieser Tapetenwechsel doch recht gut.

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Veröffentlicht von lalenalapaz

Hi ich bin Lena, 18 Jahre und aktuell in Bolivien, wo ich ein FSJ in einem Kinderhort in La Paz mache. Außerdem versuche ich mir so viel wie möglich anzuschauen. Follow me around!!!

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