Erster Arbeitstag

Eigentlich wollte ich gern von den ersten beiden Tagen zusammengefasst berichten… Um Fotos und ein bisschen mehr Ahnung zu haben. Tatsache ist, der zweite Tag findet nicht statt. Nicht, weil mir der erste Tag nicht gefallen hat, sondern weil die bolivianische Bevölkerung es nicht möglich macht.

Soll heißen: In Bolivien gibt es sehr häufig Streiks, Demonstrationen oder Blockaden der Straße. Mein zweiter Arbeitstag sollte also auf einen Tag fallen, an dem auch ein Streik der öffentlichen Verkehrsmittel stattfand. Daher war die einzige Möglichkeit nach El Alto zu kommen die Teleferico (La Paz verfügt über 10 emissionsfreie Seilbahnen). Um die Station der richtigen Seilbahn zu erreichen hätten wir allerdings einen Microbus gebraucht. Aber, kein Micro weit und breit. Daher kam schnell die Info „ihr kommt nicht bis El Alto, geht wieder nach Hause…“ Demnach schon der erste freie Tag.

Aber wie war denn nun der erste Tag?

Gestern war es kein Problem zum Kinderheim Danielita zu kommen. Victor hat uns gefahren, da ein deutscher Professor ein Geschenk an die Heimleitung übergeben wollte. Einigen fällt es vielleicht auf… Kinderheim Danielita? Das hieß doch anders in der Beschreibung am Anfang. Ja, meine Information war, dass ich im Kinderheim Virgen de Fatima arbeiten werde und dort 0-6 Jährige Waisen betreue.

Als ich kurz durch das Gebäude geführt wurde, wurde aber schnell klar, dass das Kinderheim viel mehr ein Hort als ein Heim ist, da die Kinder über Nacht zuhause sind. Die erste Gruppe in die wir kamen, war die Gruppe der Kinder mit Down Syndrom. Noch eine Überraschung. Dass ich Kinder mit körperlich und geistigen Einschränkungen betreue, hatte mir auch niemand gesagt. Die Verwunderung war allerdings schnell überwunden, denn kaum war ich durch die Tür, kamen mir einige Kinder strahlend entgegen, um mich zu umarmen.

Den Tag über blieb ich in dieser Gruppe, da sie die ruhigste sein soll. Wir haben einen Apfel gebastelt. Da ich immer ein bastelwütiges Kind war, fiel es mir schwer nachzuvollziehen, wie schwierig es sein kann rotes Papier zu Kugeln zu rollen und innerhalb des vorgemalten Apfels aufzukleben. In den kurzen Konzentrationsmomenten ging mir allerdings vor Hingabe der Kinder richtig das Herz auf und die Freude, die die Kinder zeigten wenn die Professora einen grinsenden Smiley auf das Kunststück stempelte und aufhing, war unglaublich.

Mittags gibt es dann Essen mit allen, begleitet vom Gesang des Heimleiters. Die Kinder fangen nach dem Essen von selbst an die Tische zu wischen und Stühle und Tische (nach Farben sortiert!) wegzuräumen. Im Anschluss ging es in andere Gruppen eingeteilt ans Puzzlen, Tanzen, Schlafen oder Stricken. Später sind wir einen Moment draußen gewesen, danach wurden die Kinder fertig gemacht um nach Hause zu gehen.

Auch für mich ging es auf den Weg heim. 1,5h Busfahrt. Danach waren wir noch etwas einkaufen zum Abendessen und dann recht schnell und früh ins Bett. Die Höhe macht sich eben doch bemerkbar…


Die Fundación Danielita ist eine der wenigen Einrichtung in Bolivien, die versucht Kindern mit Behinderung die Möglichkeit zu bieten etwas zu lernen, was ihnen im späteren Leben weiterhilft. Dafür werden die Kinder mit den wenigen Mitteln, die zur Verfügung stehen, so gut es geht gefördert. Hierbei ist der Leitsatz, dass alle in der Einrichtung eine große Familie sind, von der ich nun Teil werde. Daher wird versucht, den Kindern mit viel Liebe zu begegnen, welche bei vielen zuhause fehlt. Die Fundación ist nahezu vollständig durch Spenden finanziert und lebt durch Freiwillige und Freunde, die vor oder nach der Arbeit unterstützen.

Veröffentlicht von lalenalapaz

Hi ich bin Lena, 18 Jahre und aktuell in Bolivien, wo ich ein FSJ in einem Kinderhort in La Paz mache. Außerdem versuche ich mir so viel wie möglich anzuschauen. Follow me around!!!

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